Empfiehlt ChatGPT Ihre Praxis? KI-Sichtbarkeit der Arztpraxis testen
KI-Sichtbarkeit Ihrer Arztpraxis selbst testen: konkrete Test-Prompts für ChatGPT und Perplexity, die Quellenhierarchie dahinter und die drei wirksamsten Hebel.
Ein Patient mit Rückenschmerzen sucht keinen Orthopäden mehr über zehn blaue Links. Er tippt in ChatGPT: „Empfiehl mir einen guten Orthopäden in Münster.” Und bekommt drei Namen. Wenn Ihre Praxis nicht dabei ist, existiert sie für diesen Patienten in diesem Moment nicht — egal, wie gut Ihre Sprechstunde läuft.
Das ist kein Zukunftsszenario. Es ist nur noch nicht die Mehrheit. Laut SE Ranking liegt Google im europäischen Raum 2025 weiterhin bei rund 95 Prozent Marktanteil aller Suchanfragen, und der Anteil KI-generierten Traffics ist mit 0,15 Prozent klein — aber er hat sich global gegenüber dem Vorjahr (0,02 Prozent) mehr als versiebenfacht. 43 Prozent der Deutschen haben ChatGPT laut einer YouGov-Erhebung vom April 2025 mindestens einmal ausprobiert. Die Richtung ist eindeutig, auch wenn die absoluten Zahlen heute noch überschaubar sind.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| 2024 | 0,02 % |
| 2025 | 0,15 % |
Anteil KI-generierten Traffics an allen Suchanfragen weltweit, mehr als versiebenfacht gegenüber dem Vorjahr (SE Ranking, 2025). Absolut noch klein, in der Tendenz eindeutig.
Gut zu wissen: Sie müssen das nicht erraten. Sie können die KI-Sichtbarkeit Ihrer Arztpraxis in zehn Minuten selbst testen — mit denselben Werkzeugen, die Ihre Patienten benutzen. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie. Und sie erklärt, warum die Antwort so ausfällt, wie sie ausfällt — damit Sie nicht nur ein Ergebnis sehen, sondern verstehen, woran Sie drehen können.
Der 10-Minuten-Test: Fragen Sie die KI nach sich selbst
Sie brauchen kein Tool, kein Abo, keine Agentur. Öffnen Sie ChatGPT (chatgpt.com) und Perplexity (perplexity.ai) in zwei Tabs. Beide funktionieren in der kostenlosen Version für diesen Test. Wichtig: Loggen Sie sich am besten aus oder nutzen Sie ein privates Fenster, damit Ihr eigener Suchverlauf das Ergebnis nicht schönfärbt.
Schritt 1: Die neutrale Empfehlungsfrage
Tippen Sie die Frage, die ein echter Patient stellen würde — ohne Ihren Praxisnamen:
„Empfiehl mir einen guten [Facharzt] in [Stadt].”
Also zum Beispiel: „Empfiehl mir einen guten Hautarzt in Freiburg.” Oder konkreter, so wie Patienten tatsächlich formulieren: „Ich suche eine Hausarztpraxis in Köln-Ehrenfeld, die neue Patienten aufnimmt. Welche kannst du empfehlen?”
Lesen Sie die Antwort genau. Drei Dinge interessieren Sie:
- Werden Sie genannt? Steht Ihre Praxis in der Liste — oder nur Wettbewerber?
- Worauf stützt sich die KI? Perplexity zeigt unter jeder Aussage Quellen an. Klicken Sie sie an. Sie sehen sofort, ob die KI Ihre eigene Website, ein Portal wie jameda oder Google zitiert.
- Stimmt, was dort steht? Falsche Öffnungszeiten, eine veraltete Adresse, ein längst weggezogener Kollege — KI-Systeme geben weiter, was sie im Netz finden. Auch den veralteten Stand.
Schritt 2: Die gezielte Praxis-Frage
Jetzt fragen Sie direkt nach sich:
„Was kannst du mir über die [Praxisname] in [Stadt] sagen?”
Hier sehen Sie, welches Bild die KI von Ihnen zeichnet. Kennt sie Ihre Schwerpunkte? Nennt sie Ihre Sprechzeiten korrekt? Verwechselt sie Sie mit einer anderen Praxis gleichen Namens? Notieren Sie jede Ungenauigkeit — jede einzelne ist später ein konkreter To-do-Punkt.
Schritt 3: Die Schwerpunkt-Frage
Wenn Sie eine besondere Leistung anbieten, testen Sie sie:
„Wo bekomme ich in [Stadt] eine [Leistung, z. B. Akupunktur / Vorsorge-Koloskopie / Kinderwunschberatung]?”
So erkennen Sie, ob Ihr Profil scharf genug ist. Eine Praxis, die im Netz nur als „Hausarzt” auftaucht, wird bei spezifischen Anfragen nicht empfohlen — selbst wenn sie die Leistung anbietet.
Mehr ist es nicht: zehn Minuten, drei Fragen, zwei Tools. Sie haben jetzt ein ehrliches Bild davon, wie eine KI Ihre Praxis sieht. Die spannendere Frage ist: warum sieht sie das so?
Die Quellenhierarchie: Woher die KI ihre Antwort nimmt
Hier liegt der entscheidende Unterschied zur klassischen Suche — und der Grund, warum viele Ärzte das Ergebnis zunächst überrascht.
ChatGPT betreibt keinen eigenen Kartendienst. Es greift für aktuelle, lokale Fragen auf den Web-Index von Bing zurück, filtert daraus die relevanten Seiten und formuliert daraus seine Antwort. Wichtig zu wissen: ChatGPT zieht dabei nicht direkt Ihr Google-Unternehmensprofil heran und auch nicht das in Portale eingebettete Sterne-Bewertungs-Widget — sondern den frei zugänglichen Text, der über Sie auf öffentlich indexierbaren Webseiten steht (Quelle: TSEG, 2025). Ein gepflegtes Portalprofil zahlt also trotzdem ein, weil die KI die öffentlich lesbare Profilseite (Name, Adresse, Schwerpunkte als Text) erfasst — nur eben nicht das eingebettete Bewertungs-Widget selbst. Perplexity arbeitet ähnlich, kombiniert einen eigenen Index mit Bing und ruft Inhalte in Echtzeit ab — und gibt dabei besonders viele Quellen an.
Daraus folgt eine klare Hierarchie der Quellen, die über Ihre Sichtbarkeit entscheiden:
- Ihre eigene Domain. Die Praxis-Website ist die einzige Quelle, die Sie vollständig kontrollieren. Was dort sauber, aktuell und maschinenlesbar steht, übernimmt die KI mit dem höchsten Vertrauen — weil es vom Original kommt.
- Etablierte Portale (jameda, Doctolib, sanego & Co.). Sie genießen Autorität, weil viele Menschen sie nutzen und auf sie verlinken. Eine gepflegte, öffentlich lesbare Portal-Profilseite ist für die KI ein bestätigendes Signal: Dieselbe Praxis, dieselben Daten, an mehreren Orten.
- Google und Verzeichnisse. Auch wenn ChatGPT Google nicht direkt liest — Ihr Google-Profil prägt, was über Sie sonst im Netz steht, und es füttert die klassische Suche, die im europäischen Raum rund 95 Prozent der Suchanfragen abdeckt und damit für die meisten Patienten der Hauptweg bleibt.
Der Mechanismus dahinter heißt Konsistenz. Wenn Praxisname, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten auf Ihrer Website, bei jameda und in Verzeichnissen identisch sind, „glaubt” die KI dieser Information. Widersprechen sich die Quellen, wird die KI vorsichtig — und nennt im Zweifel den Wettbewerber, dessen Daten widerspruchsfrei sind.
GEO ist nicht SEO — der ehrliche Unterschied
Sie werden jetzt viel von „GEO” lesen — Generative Engine Optimization. Bevor Sie irgendwo Geld investieren, ein nüchterner Realitätscheck, denn hier wird gerade viel Marketing-Nebel verkauft.
Klassisches SEO zielt darauf, dass Ihre Seite in der Trefferliste weit oben steht und angeklickt wird. GEO zielt darauf, dass Ihre Praxis in der formulierten Antwort einer KI auftaucht und zitiert wird. Verkürzt: SEO bringt den Klick, GEO bringt die Nennung.
Der ehrliche Teil: Es gibt zwischen beiden mehr Überschneidung als Gegensatz. KI-Systeme stützen sich überwiegend auf denselben Web-Index, den auch Suchmaschinen nutzen. Eine technisch saubere, inhaltlich vertrauenswürdige Website ist die Grundlage für beides. Wer Ihnen „GEO” als komplett neue Disziplin verkauft, für die Ihre bisherige Website nichts wert sei, verkauft Ihnen vor allem ein neues Honorar.
Und noch eine Einordnung, die selten jemand ausspricht: Für die meisten Arztpraxen gilt heute die nüchterne Reihenfolge lokale Auffindbarkeit zuerst, KI-Sichtbarkeit als Zugabe. Solange die große Mehrheit aller Suchanfragen über Google läuft, ist eine schnelle, korrekte, lokal gefundene Website das Fundament. Das Praktische daran: Genau dieses Fundament macht Sie automatisch auch für die KI sichtbar. Sie müssen nicht zwei Dinge bauen — Sie müssen ein Ding richtig bauen.
Die drei wirksamsten Hebel
Wenn Ihr Test Lücken gezeigt hat, helfen drei Maßnahmen — alle dauerhaft, keine Tricks.
Hebel 1: Strukturierte Daten (schema.org) — maschinenlesbar machen
Strukturierte Daten sind unsichtbarer Code im Quelltext Ihrer Seite, der Maschinen exakt sagt: „Das hier ist eine Arztpraxis, das die Adresse, das die Öffnungszeiten.” Menschen sehen davon nichts. KI-Systeme und Suchmaschinen lesen es zuverlässig aus.
Für Praxen sind zwei schema.org-Typen relevant: MedicalClinic (oder Physician für die einzelnen Ärzte) für die Praxisdaten und FAQPage für häufige Patientenfragen. Ein abgespecktes Beispiel als JSON-LD, das in den <head> Ihrer Startseite gehört:
Zwei Details, die den Unterschied zwischen „korrekt” und „fast richtig” ausmachen: Der schema.org-Wert für Dermatologie heißt Dermatology (nicht „Dermatologic”). Und getrennte Vormittags- und Nachmittagssprechzeiten gehören als Array in openingHours — oder, noch sauberer, in eine openingHoursSpecification, die Google für komplexere Sprechzeiten bevorzugt verarbeitet.
Ein ehrlicher Hinweis dazu, damit Sie keiner falschen Erwartung aufsitzen: Google hat seine sichtbaren FAQ-Rich-Results in der Suche zum 7. Mai 2026 abgeschaltet. Der FAQPage-Auszeichnungscode selbst bleibt aber gültig und wird weiterhin ausgelesen — gerade von KI-Systemen, für die strukturierte FAQ-Blöcke zu den am leichtesten verwertbaren Signalen zählen (Quelle: Search Engine Journal, 2026). Sie bauen FAQ-Schema also nicht mehr für ein hübsches Google-Snippet, sondern für die saubere Maschinenlesbarkeit. Das ist ein Detail, das den Unterschied zwischen „korrekt umgesetzt” und „veralteter Ratgeber” ausmacht.
Hebel 2: E-E-A-T-Signale — Vertrauen sichtbar machen
Google hat seine Qualitätsrichtlinien zuletzt am 11. September 2025 aktualisiert. Der Bewertungsmaßstab heißt E-E-A-T: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trust — Erfahrung, Fachkompetenz, Autorität, Vertrauen. Für medizinische Inhalte gelten dabei die strengsten Maßstäbe überhaupt, weil sie zur Kategorie „Your Money or Your Life” zählen: Inhalte, die Gesundheit oder Existenz berühren.
Was das praktisch heißt — und es ist erfreulich konkret:
- Echte Autorenschaft. Nennen Sie den behandelnden Arzt mit Namen, Facharzttitel und Qualifikation. Eine namenlose „Praxis” wirkt auf Mensch und Maschine schwächer als ein benannter Mediziner.
- Belege statt Behauptungen. Approbation, Fachgesellschaften, Klinikstationen, Fortbildungen — verifizierbare Fakten schlagen Werbefloskeln.
- Aktualität. Ein Impressum von 2019 mit dem Namen eines ausgeschiedenen Kollegen ist ein Vertrauensabzug.
Diese Signale wirken doppelt: Sie überzeugen den Patienten, der die Seite liest, und das System, das sie auswertet. Vorsicht ist nur bei den Inhalten selbst geboten — Heilversprechen, Garantien oder unbelegte Wirkbehauptungen sind nicht nur berufsrechtlich riskant (HWG), sie schaden auch dem Vertrauenssignal.
Hebel 3: Gepflegte Portalprofile
Ihre Praxis-Website ist die Quelle erster Ordnung — aber sie steht nicht allein. Portale wie jameda oder Doctolib sind die bestätigenden Stimmen. Drei Punkte zahlen sich aus:
- Vollständigkeit. Leere Felder kann keine Maschine zitieren. Schwerpunkte, Leistungen, Sprachen, Zeiten — alles ausfüllen.
- Identische Daten überall. Exakt derselbe Praxisname, dieselbe Schreibweise der Adresse, dieselbe Telefonnummer wie auf Ihrer Website. Konsistenz ist das wichtigste Signal überhaupt.
- Bewertungen ernst nehmen. Sachliche, freundliche Reaktionen auf Bewertungen sind ein gelebtes Erfahrungs-Signal — datenschutzkonform und ohne Patientendaten preiszugeben.
So setzen Sie das Ergebnis um
Ihr Test hat Ihnen eine Liste konkreter Lücken geliefert: falsche Zeiten, fehlende Schwerpunkte, eine veraltete Adresse, kein strukturierter Code. Die ersten beiden Hebel — Portalpflege und Datenkonsistenz — können Sie sofort selbst angehen.
Strukturierte Daten und saubere E-E-A-T-Architektur sind dagegen Handwerk an der Website-Technik. Genau hier setzt unser Ansatz an: lokal auffindbare, rechtssichere Praxis-Websites zum Festpreis — mit korrekt eingebautem schema.org-Markup, sauberer Autoren-Auszeichnung und Inhalten, die HWG-konform formuliert sind. Drei Dinge stehen dabei im Mittelpunkt: gefunden werden, rechtssicher gebaut, Beweis statt Behauptung. Den fortlaufenden Gegenwert sehen Sie monatlich im Cockpit, mit nachvollziehbaren Reports — kein Versprechen, sondern ein Nachweis.
Unser Einstieg beginnt bei 99 € im Monat plus 490 € einmaliger Einrichtung; ein Redaktionssystem zum eigenständigen Pflegen Ihrer Inhalte ist ab dem Pro-Paket dabei. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Praxis heute steht, machen Sie zuerst den 10-Minuten-Test oben — und melden Sie sich, wenn Sie die gefundenen Lücken sauber geschlossen haben möchten.
Häufige Fragen
Empfiehlt ChatGPT meine Arztpraxis automatisch, wenn ich gut bin? Nein. ChatGPT kennt Ihre Praxis nur über das, was im Web steht — vor allem über den Bing-Index. Eine fachlich exzellente Praxis ohne saubere, konsistente Online-Daten bleibt für die KI unsichtbar. Sichtbarkeit ist die Folge gepflegter Daten, nicht der Behandlungsqualität allein.
Wie oft sollte ich die KI-Sichtbarkeit meiner Arztpraxis testen? Ein Test pro Quartal genügt, plus immer nach Änderungen wie neuen Sprechzeiten, einem Praxisumzug oder einem Personalwechsel. KI-Antworten verändern sich, sobald sich die zugrunde liegenden Webdaten ändern.
Brauche ich GEO oder klassisches SEO für meine Praxis? Beides stützt sich weitgehend auf dieselbe Grundlage: eine technisch saubere, vertrauenswürdige Website mit konsistenten Daten. Für die meisten Praxen gilt die Reihenfolge lokale Auffindbarkeit zuerst, KI-Sichtbarkeit als Zugabe — und das Gute daran ist, dass eine richtig gebaute Website beides zugleich bedient. Sie müssen sich also nicht zwischen „GEO” und „SEO” entscheiden, sondern das Fundament einmal sauber legen.
Mein Praxisname taucht in ChatGPT falsch oder gar nicht auf — was tun? Prüfen Sie zuerst, ob Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten auf Ihrer Website, bei jameda/Doctolib und in Verzeichnissen exakt übereinstimmen. Widersprüchliche Angaben sind die häufigste Ursache. Ergänzen Sie dann strukturierte Daten (schema.org) auf Ihrer Startseite. Beide Schritte wirken nicht sofort — KI-Systeme übernehmen Korrekturen erst, wenn sie die geänderten Seiten neu erfassen, was Tage bis Wochen dauern kann.
Ist es rechtlich riskant, meine Praxis für KI zu optimieren? Die Optimierung selbst — korrekte Daten, strukturierter Code, benannte Autoren — ist unbedenklich. Riskant werden erst die Inhalte, wenn sie Heilversprechen, Garantien oder unbelegte Wirkbehauptungen enthalten; das verstößt gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und schadet zugleich Ihrem Vertrauenssignal. Bleiben Sie bei nachprüfbaren Fakten, dann sind Sie sowohl rechtssicher als auch für die KI gut aufgestellt.