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Anwaltswerbung auf der Website: Was § 43b BRAO und BORA erlauben

Anwaltswerbung auf der Website: Wortlaut von § 43b BRAO und § 6 BORA, „Spezialist“ und Schwerpunkte, Mandantenreferenzen, Impressum. Geprüft am 12.10.2026.

Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit mcmedia
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Titelbild mit dem Titel „Anwaltswerbung auf der Website: Was § 43b BRAO und BORA erlauben“ und einer stilisierten Prüfliste für Website-Pflichten auf dunkelblauem Grund

Auf der Kanzlei-Website dürfen Sie werben, soweit die Werbung sachlich über Ihre berufliche Tätigkeit unterrichtet. So steht es in § 43b BRAO. Die Berufsordnung (BORA) in der Fassung vom 01.12.2025 verbietet in § 6 Abs. 1 nur Werbung, die unsachlich, unlauter oder irreführend ist. Für Fotos, Zitate und Namen von Mandanten verlangt § 6 Abs. 2 BORA eine ausdrückliche Einwilligung. Dieser Beitrag gibt die Wortlaute wieder, ordnet sie für die Website ein und nennt, welche Angaben ins Impressum gehören. Alle Wortlaute wurden am 12.10.2026 an den Originalquellen geprüft.

McMedia gibt keine Rechtsberatung. Ob eine einzelne Formulierung auf Ihrer Seite zulässig ist, beurteilt Ihre Rechtsanwaltskammer oder ein Fachanwalt für Berufsrecht. Der Beitrag gehört zum Themenbereich Recht. Wie eine Kanzlei-Website insgesamt aufgebaut sein kann, steht auf der Seite Websites für Anwälte.

Was sagt § 43b BRAO zur Werbung auf der Kanzlei-Website?

§ 43b der Bundesrechtsanwaltsordnung hat einen Satz (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026):

„Werbung ist dem Rechtsanwalt nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist.“

Für die Website folgt daraus: Eine Seite, die Ihre Rechtsgebiete, Ihre Arbeitsweise und den Ablauf einer Mandatierung beschreibt, unterrichtet über Ihre Tätigkeit. Eine Seite, die nur anpreist, tut das nicht. Wo die Grenze im Einzelfall verläuft, entscheiden Kammer und Gerichte.

Was regelt § 6 BORA seit dem 1. Dezember 2025?

Die Bundesrechtsanwaltskammer veröffentlicht die Berufsordnung „in der Fassung vom 01.12.2025“ mit dem Hinweis „Zuletzt geändert durch Beschluss der Satzungsversammlung vom 26.05.2025“ (BRAK, BORA, Stand 01.12.2025, abgerufen am 12.10.2026). § 6 BORA lautet dort:

„(1) Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte dürfen nicht unsachlich oder unlauter und insbesondere nicht irreführend werben. In diesen Grenzen ist auch die Werbung um ein einzelnes Mandat zulässig.

(2) Werbung mit Mandaten oder mit Mandantinnen und Mandanten ist nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig, auch wenn die Mandatsbeziehung nicht mehr der Verschwiegenheitspflicht unterliegt.

(3) Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte dürfen nicht daran mitwirken, dass Dritte für sie Werbung betreiben, die ihnen selbst verboten ist.“

01.12.2025
Fassung der Berufsordnung, die die BRAK am 12.10.2026 veröffentlicht hat. § 6 BORA formuliert dort die Grenzen der Werbung.
BRAK, BORA, Stand 01.12.2025

§ 43b BRAO schließt Werbung aus, die „auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet“ ist. § 6 Abs. 1 Satz 2 BORA nennt „die Werbung um ein einzelnes Mandat“ zulässig, in den Grenzen des Satzes 1. Beide Texte stehen nebeneinander. Wie sie zusammen zu lesen sind, klärt Ihre Kammer. Eine Landingpage zu einem Rechtsthema, die sachlich informiert, ist davon in der Regel nicht berührt. Prüfen Sie jede Seite, die einzelne Personen direkt zum Mandat auffordert, vorab mit der Kammer.

Dürfen Sie sich „Spezialist“ nennen oder Schwerpunkte angeben?

Für Schwerpunkte und Teilbereiche gilt § 7 BORA (Fassung vom 01.12.2025):

„(1) Unabhängig von Fachanwaltsbezeichnungen darf Teilbereiche der Berufstätigkeit nur benennen, wer den eigenen Angaben entsprechende Kenntnisse nachweisen kann, die in der Ausbildung, durch Berufstätigkeit, Veröffentlichungen oder in sonstiger Weise erworben wurden. […]

(2) Benennungen nach Absatz 1 sind unzulässig, soweit sie die Gefahr einer Verwechslung mit Fachanwaltschaften begründen oder sonst irreführend sind.“

Zum Wort „Spezialist“ hat der Bundesgerichtshof am 24.07.2014 unter dem Aktenzeichen I ZR 53/13 entschieden. Die Leitsätze lauten (Abdruck auf gesetze.co, abgerufen am 12.10.2026):

„1. Entsprechen die Fähigkeiten eines Rechtsanwalts, der sich als Spezialist auf einem Rechtsgebiet bezeichnet, für das eine Fachanwaltschaft besteht, den an einen Fachanwalt zu stellenden Anforderungen, besteht keine Veranlassung, dem Rechtsanwalt die Führung einer entsprechenden Bezeichnung zu untersagen, selbst wenn beim rechtsuchenden Publikum die Gefahr einer Verwechslung mit der Bezeichnung ‚Fachanwalt für Familienrecht‘ besteht.

  1. Der sich selbst als Spezialist bezeichnende Rechtsanwalt trägt für die Richtigkeit seiner Selbsteinschätzung die Darlegungs- und Beweislast.“

Die Bezeichnung hängt also davon ab, ob Sie die Anforderungen belegen können. Ein Fachanwaltstitel ist amtlich verliehen. Ein „Spezialist“ stützt sich auf Ihre eigene Einschätzung, die Sie im Streitfall nachweisen müssen.

Beispiel (Demo-Kanzlei „Kanzlei Vogel & Partner“, keine echte Kanzlei): Die Startseite nennt „Tätigkeitsschwerpunkte: Arbeitsrecht und Mietrecht“. Auf der Teamseite steht bei jeder Person, welche Titel verliehen sind und welche Fortbildungen oder Veröffentlichungen vorliegen. Aussagen wie „beste Kanzlei der Region“ oder „Wir gewinnen jeden Fall“ stehen nicht auf der Seite. Beide lassen sich nicht belegen, und § 5 Abs. 1 UWG nennt irreführende geschäftliche Handlungen unlauter (siehe unten). Das ist unsere Einordnung, keine Rechtsberatung.

Dürfen Sie Mandanten, Zitate und Fälle auf der Website zeigen?

Nur mit ausdrücklicher Einwilligung. Das folgt aus § 6 Abs. 2 BORA, auch wenn die Verschwiegenheitspflicht für das Mandat nicht mehr gilt. Zur Verschwiegenheit selbst: § 43a Abs. 2 BRAO verpflichtet den Rechtsanwalt dazu, und sie „bezieht sich auf alles, was ihm in Ausübung seines Berufes bekanntgeworden ist“ (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026).

Was gilt für Verzeichniseinträge und das Google-Profil?

§ 6 Abs. 3 BORA untersagt die Mitwirkung an Werbung Dritter, die Ihnen selbst verboten wäre. Das betrifft auch Einträge in Verzeichnissen und Portalen. Prüfen Sie dort Texte, Kategorien und Bewertungsaussagen, die Sie freigeben oder selbst pflegen. Zum Google-Unternehmensprofil, zu Bewertungen und zur Sichtbarkeit am Ort steht Näheres im Beitrag Local SEO für Anwälte. Ein laufend gepflegtes Profil bietet das Local SEO Paket.

Welche Angaben gehören ins Impressum einer Kanzlei-Website?

§ 5 Abs. 1 DDG verlangt Informationen, „die leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein müssen“ und „ständig verfügbar“ zu halten sind (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). Für Berufe mit geregeltem Zugang nennt Nr. 5 Angaben über

„a) die Kammer, der die Diensteanbieter angehören, b) die gesetzliche Berufsbezeichnung und den Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen worden ist, c) die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen und die Angabe, wie diese Regelungen zugänglich sind“.

Zusätzlich verlangt § 2 Abs. 1 Nr. 11 DL-InfoV, „falls eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, Angaben zu dieser, insbesondere den Namen und die Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich“ (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). § 10 Abs. 1 BORA verweist auf diese Angaben nach § 2 Abs. 1 DL-InfoV (BRAK, BORA, Stand 01.12.2025). Die Einzelheiten der Pflichtangaben erklärt der Beitrag Pflichtangaben im Kanzlei-Impressum.

Das hängt davon ab, was Ihre Seite im Browser speichert oder ausliest. § 25 Abs. 1 TDDDG lautet (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026):

„Die Speicherung von Informationen in der Endeinrichtung des Endnutzers oder der Zugriff auf Informationen, die bereits in der Endeinrichtung gespeichert sind, sind nur zulässig, wenn der Endnutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen eingewilligt hat.“

Absatz 2 Nr. 2 nimmt Vorgänge aus, die „unbedingt erforderlich“ sind, damit ein vom Nutzer ausdrücklich gewünschter Dienst bereitgestellt werden kann. Eine Seite ohne Tracking-Dienste und ohne eingebundene Fremdinhalte kommt oft ohne Einwilligungsabfrage aus. Ob das für Ihre Seite gilt, klärt Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihr Berater.

Wann ist eine Aussage auf der Website irreführend?

§ 5 Abs. 1 UWG lautet (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026):

„Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.“

Nach Absatz 2 ist eine Handlung irreführend, wenn sie unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben enthält, etwa über die „wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung“. Für Ihre Seite heißt das: Jede Aussage über Ihre Kanzlei sollte stimmen und sich belegen lassen. Das gilt für Titel, Erfahrung, Zahlen und Erfolge.

Wie setzt McMedia das bei Kanzlei-Websites um?

McMedia baut Kanzlei-Websites so, dass die Pflichtangaben technisch erreichbar sind und die Leistungstexte sachlich formuliert werden. Auffällige Formulierungen weisen wir aus, damit Sie sie mit Ihrer Kammer klären. Wir bewerten sie nicht rechtlich. Die Pakete und Konditionen stehen auf der Seite Website mieten und auf der Preisseite.

FAQ: Anwaltswerbung auf der Website

Darf ich als Anwalt auf meiner Website werben?

Ja, soweit die Werbung nach § 43b BRAO sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet. § 6 Abs. 1 BORA verbietet Werbung, die unsachlich, unlauter oder irreführend ist.

Darf ich um ein einzelnes Mandat werben?

§ 6 Abs. 1 Satz 2 BORA nennt die Werbung um ein einzelnes Mandat zulässig, in den Grenzen des Satzes 1. § 43b BRAO schließt Werbung aus, die auf einen Auftrag im Einzelfall gerichtet ist. Beide Wortlaute stehen so im Gesetz und in der Berufsordnung. Klären Sie Seiten mit direkter Mandatsansprache vorab mit Ihrer Kammer.

Darf ich mich auf der Website „Spezialist“ nennen?

Das hängt davon ab, ob Sie die Anforderungen belegen können. Der BGH hat am 24.07.2014 (I ZR 53/13) entschieden, dass der Rechtsanwalt für die Richtigkeit seiner Selbsteinschätzung die Darlegungs- und Beweislast trägt. § 7 BORA verlangt für Teilbereiche nachweisbare Kenntnisse.

Darf ich Mandantenstimmen oder Referenzen zeigen?

Nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Mandantin oder des Mandanten (§ 6 Abs. 2 BORA). Das gilt auch, wenn die Verschwiegenheitspflicht nicht mehr gilt.

Welche Angaben braucht das Impressum einer Kanzlei?

Name und Anschrift, Kontaktdaten, Kammer, Berufsbezeichnung, berufsrechtliche Regelungen und die Angabe, wie sie zugänglich sind (§ 5 DDG), sowie Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung (§ 2 DL-InfoV).

Quellen

Alle Quellen wurden am 12.10.2026 abgerufen.


Möchten Sie wissen, ob die Pflichtangaben und die Texte Ihrer Kanzlei-Website vollständig sind? Wir prüfen im Website-Befund, ob Impressum und Datenschutzerklärung erreichbar sind und ob Texte auffallen, die Sie mit Ihrer Kammer klären sollten. Schreiben Sie uns über die Seite Websites für Anwälte.

Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand vom 12.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. McMedia erbringt keine Rechtsdienstleistung. Die berufsrechtliche Bewertung einzelner Formulierungen bleibt Ihrer Rechtsanwaltskammer oder Ihrem Rechtsanwalt vorbehalten.